Fast täglich wird in den Medien das Problem des starken Frankens diskutiert. Scheinbar ist es der so “unabhängigen” Schweiz nicht möglich ohne längerfristige unvorhersehbare Nebenwirkungen den Anstieg ihrer Währung zu bremsen.

Die Eurokrise ist in Wahrheit auch eine Frankenkrise

Obwohl einige Eurostaaten stark verschuldet sind, hat sich der Euro seit seiner Einführung im Jahre 1999 gegenüber seiner Handelspartner nicht abgeschwächt. Gegenüber dem US-Dollar (USD) und dem britischen Pfund (GBP) hat der EUR über 20% zugelegt:

Zudem lag die Verschuldungsquote der Eurostaaten noch vor der Finanzkrise tiefer als bei der Einführung ihrer Gemeinschaftswährung. Die aktuelle Staatsverschuldung der Eurostaaten kann nicht dem Euro angelastet werden.

Quelle: Spiegel 10.08.2011 – Wie bankrott ist die Welt?

Japan hat mit über 200% des BIP die höchste Verschuldung der Industrienationen, trotzdem war der Yen (JPY) seit 1999 eher eine starke Währung. Die Simplifizierung der möglichen kausalen Zusammenhänge zwischen Staatsverschuldung und deren Währungsstärke genügt bestenfalls der Propaganda bestimmter Politiker und Medien. Letztendlich wird der CHF von den Märkten viel zu hoch bewertet. Zudem zeigt diese Schuldenlandkarte, dass es auch etliche industrialisierte Länder gibt, dessen Verschuldung weitaus geringer ausfällt als die der Schweiz.

Grossbritannien (UK) und Spanien im Vergleich

Beider Länder wurden stark von der Finanz- und Wirtschaftskrise getroffen. Spanien ist ein Euroland und UK als EU-Land hat noch immer ihre GBP-Währung. Übrigens wurde von den schweizerischen bürgerlichen Parteien noch bis ins Jahr 2003 die Wirtschaftspolitik des UK als vorbildlich für die Schweiz lobgepriesen. Glücklicherweise sind wie diesem “Vorbild” nicht gefolgt. Wie oft von den Politikern und Ökonomen gepriesen, konnte UK ihre eigenständige Währung abwerten lassen. Spanien hingegen kann keine eigene Währungspolitik betreiben und muss mit dem stärkeren EUR gegenüber beispielsweise dem GBP auskommen. Aber seit 2008 sind die spanischen Exporte stärker gestiegen als die im britischen Königreich. Zudem leitet UK unter einer zunehmenden Inflation, während diese in Spanien weitaus geringer ausfällt. Eine eigenständige Währungspolitik ist noch längst kein Garant für den Erfolg!

Politiker und der angeblich wirtschaftliche Erfolg der Schweiz

Was viel mehr stört, ist die gebetsmühlenartige Wiederholung gewisser Parteimitglieder der bürgerlichen Parteien, wie gut die Schweiz durch die Finanzkrise gekommen sei. Dabei sind gewisse Begründungen für den angeblichen Erfolg der schweizerischen Wirtschaft wenigstens amüsant wen auch nicht zutreffend:


Quelle: DRS1, Samstagsrundschau vom 3.09.2011 – Christophe Darbellay, CVP-Parteichef
Gemäss CVP-Parteichef Christophe Darbellay sind Parteikollegin und Bundesrätin Doris Leuthard sowie die Abwesenheit der französischen 35-Stundenwoche die Erfolgsindikatoren unserer Wirtschaft.

Bundesrat Schneider-Ammann kreiert eine positive Korrelation zwischen Personenfreizügigkeit und wirtschaftlichen Erfolg:


Quelle: AZ vom 30.06.2011, Schneider-Ammann

In diesem Beispiel wird durch einen FDP-Politiker ideologisch mit den Vorteilen der Personenfreizügigkeit als Krisenbewältiger geworben. Es ist nicht sicher ob die Finanz- und Wirtschaftskrise beendet ist und anderseits würde beispielsweise ein SVP-Politiker eine andere Ursache für die angeblich bessere Krisenbewältigung der Schweiz ableiten. Herr Blocher beispielsweise sieht den wirtschaftlichen Erfolg der Schweiz in der direkten Demokratie und den “tiefen” Steuern, siehe “Herr Blocher und seine SVP sind einfältig geworden“.

Bundesrat Schneider-Ammann sieht die Frankenkrise auch im Schuldenproblem des europäischen Umfeldes. Anderseits basiere die bessere wirtschaftliche Situation der Schweiz auf dem Konkordanzsystem und dem parteiübergreifende zusammenhalten. Einstehen muss dieser Bundesrat die Machtlosigkeit des eigenen Handelns:


Quelle: DRS1, Samstagrundschau vom 6.8.2011 – Schneider-Ammann: «Keine Negativ-Zinsen»

Mit Pirmin Bischof, Mitglied des Parteipräsidiums und Sprecher für Wirtschafts- und Finanzfragen der CVP Schweiz ist für mich der unumstrittene Sieger von nicht zutreffenden Aussagen zu den Kausalitäten von too big to fail zu Grossbanken bzw. Spekulation zu Frankenstärke:


Quelle: Filippos Politarena vom 24.08.2011 – Eurokrise und harter Franken – Die Folgen für die Schweiz! Wie sieht die Zukunft aus?

Es ist schon fast bewundernswert, was dieser Politiker in 67 Sekunden für einen Quatsch von sich gibt. Die schweizerische Grossbankenregulierung kann nicht verhindern, dass eine Grossbank in Schieflage gerät und die schweizerische Wirtschaft in den Abgrund reist. Nur wenn Bank geordnet untergehen kann, ist das too big to fail-Problem gelöst. Auch sind es Währungsspekulationen, die den CHF in übertriebene Höhe heben. Die folgende Tabelle konnte ähnlicher Form in den letzten Monaten des Öfteren beobachtet werden:

Quelle: Cash vom 5.09.2011 – CHF SPOT RATES

Alle handelsübliche Währungen verlieren an einem Handelstag gegenüber den CHF. Damit hat sich der CHF gerade für das “Algorithmic Trading” bestens empfohlen. Wahrscheinlich interessieren sich die meisten dieser quantitativ orientierten Händler nicht im geringsten für die wirtschaftlichen Fundamentaldaten der Schweiz. Solange der CHF eine sehr stabile negative bzw. positive Korrelation zu anderen Devisen- und Aktienkurse bzw. Goldpreis aufrechterhält, wird dieser ein Spekulationsobjekt erster Güte bleiben. Es stellt sich die Frage, warum der CHF die Spekulanten und nicht beispielsweise die norwegische Krone (NOK) anzieht.

Herr Beat Wittmann, CEO Dynapartners sieht folgende Gründe für den starken CHF:


Quelle: Bilanz Standpunkte vom 28.08.2011 – “Euro-Krise”: Welche Rezepte braucht es jetzt?

Die wirtschaftlich erfolgreichen Länder im Norden von Europa

Kürzlich machte ich eine Reise durch Deutschland, Finnland, Schweden, Norwegen und Dänemark. Finnland, Schweden und Dänemark sind EU-Mitglieder, aber nur Finnland hat den Euro. Norwegen ist ein Mitgliedstaat des Europäischen Wirtschaftsraum (EWR).

Auch die Länder Nordeuropas sind mehrheitlich erfolgreich unterwegs. Solange diese Länder erfolgreich sind, werden die Protagonisten der bürgerlichen bzw. rechtsbürgerlichen Parteien der Schweiz tunlichst vermeiden die Namen dieser Länder in den Mund zu nehmen. Diese Länder belasten ihre Bürger mit mehr Steuern, zudem gibt es weitaus weniger Ungleichheit bei der Einkommens- und Vermögensverteilung im Vergleich zu der Schweiz. Auch die familienfreundliche Politik hat einen viel höheren Stellenwert in diesen Ländern als in der Schweiz. Ein mehr an Steuern, Gleichheit und Familienpolitik steht natürlich nicht in der politischen Agenda der rechten Parteien.

NOK ist fundamental besser als CHF

Seit 1975 hat Norwegen die höchste Bonitätsnote der Ratingagentur Standard & Poors’s. Zudem besitzen die Norweger einen Staatsfonds der circa USD 600 Milliarden schwer ist. Die Schweiz hat mir ihren zwei Grossbanken ein gigantisches Klumpenrisiko, beträgt doch deren Grösse zum schweizerischen BIP mehr als 300%. Im Currency Outlook unter dem Titel “NOK has beauty, but not everyone sees it” der HSBC Global Research vom July 2011 werden die Vorteile des NOK im Vergleich zum CHF aufgeführt.

Seit Februar 2008 hat die norwegische und schwedische Krone (SEK) kaum gegenüber dem EUR aufgewertet. Es ist ein weiterer Indikator, dass wir eine Frankenkrise und nicht eine Eurokrise haben. Schweden hatte im Jahr 2010 ein Wirtschaftswachstum des realen BIP von 5.7% und damit mehr als das doppelte der Schweiz.

Fazit

Die schweizerischen Politiker können erwartungsgemäss objektiv nicht ergründen, warum die Schweiz besser als die meisten anderen industrialisierten Länder bisher durch die Krise gekommen ist. Fast jedes Parteimitglied sieht die Welt durch seine von der Erziehung und politischen Einstellung geprägtes Weltbild. Wir wählen Menschen in politische Ämter, die nur über eine sehr eingeschränkte Wahrnehmung verfügen. Fakten, die im Widerspruch mit ihrer wirtschaftlichen und politischen Ideologie stehen werden schlichtweg ignoriert. Wer den Erfolg nicht einigermassen plausibel erklären kann, von dem dürfen wir auch keine wirkungsvollen Lösungen in der Krisenbewältigung erwartet werden.

Die Gebetsmühlenartige Wiederholungen der Politiker und Medien von undifferenzierten Zusammenhängen wie beispielsweise Staatsverschuldung und weiche Währung ist mit Japan widerlegt. Auch der oben erwähnte Vergleich UK und Spanien zeigt, das ein Land auch mit einer eigenen Landeswährung nicht automatisch besser aus einer Krise herauskommt. Die Realität ist oftmals komplexer als die Vereinfachungsmechanismen einer politischen Ideologie noch sinnvolle und hilfreiche Modelle erzeugen.

Mir fällt es immer schwerer, diesen von ihren Parteien geistig an der Leine gehaltene Politiker zu wählen. Gewisse Politiker wie beispielsweise Herr Blocher greifen bei der Bekämpfung des überteuerten CHF gar auf Kriegsrhetorik zurück. Scheinbar hat dieser Politiker vergessen, das ein Krieg gegen andere Menschen (Lebewesen) mit Waffen geführt wird. Über dieses Thema habe ich schon in “Der Sinneswandel bei Blocher, Schiltknecht und Weltwoche” geschrieben.

Es gibt verschiedene Gründe für die Überbewertung des CHF. Sicherlich ist der CHF, wie von Herrn Beat Wittmann erwähnt, die traditionelle Fluchtwährung. Anderseits sorgt unser überdimensionierter Finanzplatz, für ein zu viel an Propaganda und Anreize den CHF im Ausland zu kaufen. Der steile Anstieg und damit die Übertreibungen beim CHF können seit Mitte 2010 sicherlich grösstenteils der Spekulation angerechnet werden. Das weniger gut ausgebaute Bankensystem in Norwegen ist wahrscheinlich einer der Hauptgründe, warum der NOK weniger als Spekulationswährung taugt als der CHF.

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Die Medien sind definitiv nicht lernfähig, andernfalls gäbe es diesen Blogeintrag nicht. Noch immer werden diese Leerlaufprognosen der Analysten und Ökonomen durch die Medien verbreitet.

Währungsprognosen sind unseriös

Gemäss Herrn Wellershoff sind Wechselkursprognosen unseriös:


Quelle: SF-Börse vom 4.07.2011 – Klaus Wellershoff, Geschäftsführer Wellershoff & Partners zu Währungsprognosen

Zurzeit kennt der Euro gegenüber dem CHF nur eine Richtung:
EUR/CHF Kurs vom 9.08.2010

Andere Analysten und Ökonomen verbreiten ungehindert ihren Prognosemist über Wechselkurse im Fernsehen:


Quelle: SF-Börse vom 1.07.2011 – Jan Poser, Chef-Ökonom Bank Sarasin zum CHF/EUR Kurs
Ende Mai hatte der EUR einen leichten Anstieg gegenüber dem CHF, wahrscheinlich beruht Jan Poser seine Prognose auf der Fortsetzung dieses Trends. Der Euro drehte wieder in den Abwärtstrend, von den damals angekündigten CHF 1.30 bzw. 1.40 sind wir weit entfernt.

Jan Poser in den Fussstapfen von Mike Shiva

Nicht nur beim CHF/EUR-Kurs liegt Jan Poser richtiggehend daneben, sondern auch bei den Aktienindex SMI.

Wie sich Jan Poser innerhalb von nur 40 Tagen widerspricht

Anfangs Juli 2011 war Jan Poser noch optimistisch für den SMI, er prognostizierte einen Punktestand von 6600 im 3. Quartal 2011:


Quelle: SF-Börse vom 1.07.2011 – Jan Poser zu den Aktien im 3. Quartal

Auch bei dieser Prognose stützt er sich wahrscheinlich auf der Annahme der weiteren Trendfortsetzung – stieg doch der SMI gegen Ende des Juni.

SMI Aktienindex vom 9.02.2011 - 9.08.2011

Weniger als 40 Tagen später, sieht er das 3. Quartal 2011 nicht mehr so rosig:


Quelle: Blick vom 5.08.2011 – Jan Poser

Vielleicht wäre es angebracht, wenn Herr Poser einmal sein unbrauchbares Analysemodell hinterfragen würde oder uns seine unbrauchbaren Prognosen nicht mehr mitteilt.

Fazit

Die Zukunft ist nicht vorhersehbar, viele Ökonomen, Analysten und die Medien haben scheinbar grosse Mühe mit dieser Tatsache. Die von Poser gemachten Prognosen sind typische Beispiele seiner Zunft, der jüngste Trend der Kursentwicklung wird in die Zukunft fortgeschrieben.

Ich kann nur hoffen, das irgendwann sich meine Bemühungen auszahlen werden und die Konsumenten diesen Blödsinn der Kursprognosen nicht mehr erdulden.

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Der Ölpreis der Marke Brent notierte gestern über der Marke von USD 125 pro Fass. Dies ist das höchste Preisniveau seit August 2008. Auch der Silberpreis war seit 1980 mit USD 40 je Feinunze nie mehr so hoch, sicherlich damals musste CHF 1.65 für einen USD bezahlt werden.

Vermehrt wird seit einigen Monaten und auch im Jahre 2008 über den Einfluss der Finanzspekulationen auf die Rohstoffpreise diskutiert. Wobei es wahrscheinlich unbestritten ist, dass der Goldpreis vorwiegend durch die Spekulation getrieben ist. Durch ihre einfache und eher günstige physische Lagerung verhält sich die Preisbildung von Silber ähnlich dem Gold.

Beim Öl ist die physische Lagerung gegenüber den Edelmetallen schon viel teuerer und damit scheinbar weniger attraktiv für Spekulation. Fast unmöglich ist die die längerfristige Lagerhaltung bei vielen Agrarprodukten, sind sie doch verderblich.

Schon nur durch die unterschiedliche Art der Lagerung wird die Verschiedenheit der Rohstoffe erkennbar. Bei Gold und Weizen könnten wir wahrscheinlich nur wenige Gemeinsamkeiten benennen. Aus der Sicht des Investors sind beides Sachwerte. In diesem ersten Beitrag geht es hauptsächlich um die Spekulation mit Edelmetallen und Öl und deren mögliche preistreibende Auswirkungen auf die materiell Ärmsten. Erst im zweiten Teil, werde ich mich des ethisch weitaus heikleren Themas der Spekulation mit Nahrungsmittel heranwagen.

Edelmetalle

Über die Investition in Edelmetalle habe ich schon einiges geschrieben, siehe dazu die Kategorie “Edelmetalle“. Den Aussagen im folgenden Video kann ich mich mehrheitlich anschliessen. Wie Herr Carsten Menke, Rohstoff-Analyst bei Julius Bär im Börsen-Talk betont, wird der Gold- und Silberpreis mehrheitlich durch die Nachfrage der Investoren bestimmt:


Quelle: Börsen-Talk vom 11.03.2011 – Rohstoff-Analyst Carsten Menke und Einschätzung Edelmetalle

In der Schweizer Börse gibt es eine grosse Auswahl von ETFs für Investition in Edelmetalle. Wer diesen Produkten misstraut, kann sich Gold, Silber und Platin auch physisch kaufen.

Öl

Wahrscheinlich glauben viele, der zurzeit hohe Ölpreis sei vorwiegend durch die Unruhen in Nordafrika getrieben. Es gibt aber keine Knappheit beim Öl, die Lager sind gut gefüllt:


Quelle: Monitor Nr. 618 vom 10.03.2011 – Krisengewinner: Wie Ölspekulanten die Sprit-Preise in die Höhe treiben

Carsten Menke führt den hohen Ölpreis auf die geopolitischen Faktoren zurück, anderseits gesteht er ein, dass der aktuelle Ölpreis sich fundamental nicht begründen lässt:


Quelle: Börsen-Talk vom 11.03.2011 – Rohstoff-Analyst Carsten Menke und Einschätzung Öl
Es ist verständlich, dass ein Rohstoff-Analyst die Ursache der hohen Preissteigerung nicht im Zusammenhang mit der Spekulation sieht.

Mit Öl-ETFs am steigenden Ölpreis teilhaben

Im 2008 wollte ich den United States Oil Fund (USO:US/USO) kaufen, dies blieb mir zum Glück verwehrt. Wie schon im Eintrag “Negative Entwicklungen bei ETFs” erwähnt, kann es bei den mit diesen futurebasierten Produkten erhebliche Rollverluste geben. Seit dem 18.06.2010 kann an der Swiss Exchange der UBS-Index Solutions – CMCI Oil ETF (USD) SF-A (OILUSA.SW) gehandelt werden. Dieser ETF auf den UBS Bloomberg CMCI WTI Crude Oil Index wird synthetisch durch den Einsatz von Swaps repliziert. Im Folgenden habe ich USO, OILUSA.SW auf den WTI Cushing Crude Oil Spot (USCRWTI:IND) verglichen. Die ETF weichen stark vom Kassapreis (Spot Price) ab. In den letzten 6 Monaten (8.10.2010 – 7.04.2011) war die Rendite der ETFs mehr als 10% schlechter.

6 Monate Rendite ETF: USO, OILUSA und WTI (7.04.2011)

Auch seit Jahresbeginn bis 7.04.2011 konnten die beiden ETFs nicht im entferntesten mit dem Kassapreis des WTI-Ölpreis mithalten.

Seit Jahresbeginn Rendite ETF: USO, OILUSA und WTI (7.04.2011)

Mit Aktien-ETF am steigenden Ölpreis profitieren

An der NYSE Arca kann der S&P Global Energy Sector Index Fund (IXC) gehandelt werden. Zu den Unternehmen in diesem Index gehören die Ölausrüstungs- und Öldienstleistungsunternehmen, Ölexplorations- und Ölproduktionsunternehmen sowie Ölraffinerien. Zudem zahlen diese Firmen normalerweise relativ hohe Dividende aus, anderseits entstehen dadurch möglicherweise mit der US-Steuerrückerstattung ein administrativer Aufwand.

6 Monate: IXC WTI SPX (7.04.2011)

Im 6-Monatechart ist ersichtlich, dass der IXC teilweise durch den Ölpreis bestimmt wird. Der S&P 500 (SPX) korreliert scheinbar weniger mit dem Ölpreis, zudem hemmt ein schneller Anstieg des Ölpreises mit anschliessendem längerfristigen hohen Preisniveau das Wirtschaftswachstum. Im 5-Jahreschart ist der immense Preisanstieg des Öls im Sommer 2008 erkennbar.

Set 5 Jahren: IXC WTI SPX (7.04.2011)

Ich habe bisher keine glaubwürdige Erklärung für die Ursachen dieses Rekordpreises im 2008 erhalten. Der S&P 500 war zu diesem Zeitpunkt schon längst im Sinkflug. Der IXC stieg hingegen und erreicht sein Allzeithoch am 21.05.2008 kurz vor dem Höchststand des Öls anfangs Juli 2008.

Spekulation und der Ölpreis

Ich werde in diesem Beitrag nur am Rande auf die Verteuerung der Rohstoffe bzw. Öls durch die Spekulation eingehen. Die Bank of Japan streicht in ihrem “Recent Surge in Global Commodity Prices” hervor, dass die spekulative Investition in die Rohstoffe den Preisanstieg verstärkt. Zudem fördert die expansive Geldpolitik der Fed und anderer Zentralbanken den Preisanstieg zusätzlich.

Viele Ökonomen schliessen die Einwirkung der Spekulation aus

Nicht nur Paul Krugman von der Universität Princeton vertritt die These, die Weltförderung des Öls könne nur gelagert oder verbrauchen werden. Wenn die Lagerbestände konstant bleiben und es keine geheimen Öllager gibt, so lande die Produktionsmenge beim Verbraucher. Somit funktioniere auch beim Öl der Preismechanismus von Angebot und Nachfrage. Die Hedgefonds und andere Investoren könnten die Preise auf dem Sportmarkt nicht über die Terminmärkte beeinflussen.

Es gibt heute Hedgefonds die Rohstofflager angelegen:
Emmanuel Fragnière und der Rohstoffhandel


Quelle: DRS1, Trend vom 12.03.2011

Ich habe nicht Ökonomie studiert, trotzdem interessiere ich mich für die Literatur dieses Themas. Wie mehr ich mich für die Funktionsweise der Ökonomie und deren Theorie auseinandersetze, umso mehr halte ich Ökonomie für eine Glaubenstheorie. Ihre Mainstream-Lehrbüchertheorie und die Realität liegen weit auseinander. Wer behauptet, die Preisfindung bei den Rohstoffpreisen finde an den Spekulationsmärkten nur über Angebot und Nachfrage statt, sollte mir erklären, warum innerhalb eines Jahres (2008) beispielsweise der Ölpreis 50% steigen kann um danach 70% zu fallen. Dabei waren die Lagerbestände jederzeit auf einem erträglichen hohen Niveau. Ich habe damals noch des Öfteren auch Bloomberg im Fernsehen geschaut, da wurde das Sinken des Ölpreises einige Male damit begründet, weil ein bestimmter Hurrikan keinen Schaden an der Ölförderung anrichtete, zuvor war der Preis mit der Entstehung des Hurrikans nicht einmal gestiegen. Manchmal ist gesunder Menschenverstand besser als diese Theorien von Adam Smith, Milton Friedman, John Maynard Keynes oder wie sie auch heissen mögen.

Schweiz hat fast nur unkritische Mainstream-Ökonomen

In der deutschsprachigen Schweiz gibt es fast keine Ökonomen, die öffentlich den Finanzplatz kritisieren. Gegenüber den USA haben wir hier in der Schweiz fast nur Mainstream-Ökonomen. Wenn sich ein Ökonom sehr kritisch zum schweizerischen Finanzplatz äussert, ist dies ein meistens ein Ausländer oder ein Schweizer, der schon lange im Ausland lebt. Wahrscheinlich werden die Denkbilder der schweizerischen Ökonomen durch den Finanzplatz bestimmt. Normalerweise gehört Herr Ammann eher zu den noch kritischen Geistern in der Schweiz, umso mehr erstaunt der folgende Artikel in der Sonntagszeitung vom 20.02.2011:

Rohstoffpreise: Spekulanten sind unschuldig
Quelle: PDF, Rohstoffpreise: Spekulanten sind unschuldig (Manuel Ammann), 20.02.2011

Auswirkung des hohen Ölpreises für die Armen

Wen die Marktpreis des Öls steigt, werden die Agrartreibstoffe rentabler. Zudem werden diese von Staaten subventioniert und/oder erhalten von den Steuerbefreiung. Die Kaufkraft der Autobesitzer ist weitaus höher als die der ärmsten Menschen dieser Welt. Statt das die Nahrungskalorien die hungrigsten Bäuche dieser Welt ernähren, landen sie im Tank unserer überdimensionierten und gefrässigen Fahrzeugpark.

Fazit

Mit einem ETF am steigenden Ölpreis partizipieren funktioniert nur teilweise, ein grosser Teil der Rendite bleibt im Schlund der Futuremärkte stecken. Besser funktioniert die Spekulation mit den Edelmetallen, wobei der Silber- und/oder Goldpreis schon einmal korrigieren könnte. Anderseits schwindet das Vertrauen in die ungedeckten Papierwährungen fortwährend und es wird öfters von einer Preisblase bei Gold und Silber gesprochen. Wenn häufig in der Öffentlichkeit von einer Preisblase gesprochen wird, ist es vielleicht gerade keine Blase. Mit meinen erst 5-jährigen Erfahrungen als Privatanleger kann ich das Vorhandensein einer möglichen Preisblase bei den Edelmetallen nicht erkennen. Mit der expansiven US-Geldpolitik und dem monströsen US-Staatsdefizit wird der USD seinen unwiderstehlichen Abstieg gegenüber den anderen Währungen fortsetzen und damit wahrscheinlich die Rohstoffpreise weiter steigen lassen. Wie oben dargestellt, hat der USD gegenüber dem CHF in den letzten 40 Jahren dreiviertel seines Wertes eingebüsst. Die US-Regierung und US-Zentralbank wird diesen Trend kaum stoppen.

Mit der Spekulation auf den Ölpreis nimmt der Investor eventuell negative Folgen für die Ärmsten dieser Welt in Kauf. Anderseits profitieren auch die ärmeren ölexportierenden Staaten vom höheren Ölpreis, leider verschwindet der grösste Teil dieses Profites bei der herrschenden Elite dieser Entwicklungs- und Schwellenländer.

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Sollten wir uns auf die folgende Aussage noch verlassen?


Quelle: SF1 vom 22.12.2010 – Thomas Jordan: “Wir haben eine Verschärfung der Geldpolitik erfahren”
Thomas Jordan, Vizepräsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank (SNB) glaubt an den Willen und Fähigkeit der Notenbanken eine Deflation oder Inflation vermeiden zu können. Sie müssten nur zum richtigen Zeitpunkt die Liquidität aus dem System nehmen.

Zentralbank agieren kaum unabhängig der Staatsgewalt

Notenbanken haben mit ihre Bilanzen mit vielen Risiken ausgeweitet. Trotz hoher Buchverluste schüttet die SNB für das 2010 die vorgesehnen CHF 2.5 Milliarden an Bund und Kantone aus.
Kann man noch mit einer unabhängigen Geldpolitik der Zentralbank rechnen?


Quelle: Wegelin und Co – Teil aus Anlagekommentar Nr. 274 vom 24.1.2011

Ich habe grosse Zweifel, dass sich die Notenbanken dem politischen Druck ihrer Staatsmacht entziehen können. Wahrscheinlich werden die Notenbanken entgegen ihrer Aussagen eine Inflation von über 2% zu lassen und dabei die Leitzinse tief halten. Dadurch werden die Sparenden einmal mehr durch ihren Staat enteignet. Die Schweiz wird dabei keine Insel der Glückseligkeit sein, orientiert sich die SNB doch stark an der Europäische Zentralbank (EZB) und Federal Reserve (Fed).

Die Nationalbanken und ihre Chefs irrten sich schon mehrmals

Die grundlegende Zukunft unser Ersparnisse oder auch Schulden wird stark geprägt durch die Handlungsweise der Notenbanken. In der Vergangenheit haben sich die Repräsentanten der Notenbanken schon mehrmals geirrt. Auch diese Damen und Herren können die Zukunft nicht voraussehen, überdies ist ihre Werkzeugkiste an wirkungsvollen und glaubwürdigen Werkzeugen schon ziemlich ausgeplündert.

Die SNB hat die wirtschaftliche Situation auch schon falsch eingeschätzt

Ich habe schon früher von der Fehleinschätzung des ehemalligen SNB-Präsidenten Jean-Piere Roth geschrieben. Dieser attestierte dem Finanzsystem eine blendende Verfassung, dies kurz vor dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahre 2007.

Auf Grund des Jahresverlust im 2010 von CHF 21 Milliarden steht der aktuelle SNB-Präsident Philipp Hildebrand in der Kritik. Der SVP-Politiker Christoph Blocher forderte gar den Rücktritt von Hildebrand.


Quelle: Teleblocher vom 21.01.2011
Umschritten sind besonders die Interventionen im Frühling 2010, damals kaufte die SNB massiv Euros. Damit konnte die Frankenaufwertung gegenüber dem Euro kurzfristig verzögert werden. Leider sind die Angaben der Devisenkäufe von Herrn Blocher teilweise falsch und übertrieben. Die Aussage, die SNB habe 240 Euro Milliarden und davon 160 Euro Milliarde alleine in den ersten 4 Monaten des 2010 gekaut, ist schlichtweg unredlich. Scheinbar hat dieser nie die Bilanzpositionen der SNB betrachtet, wahrscheinlich zitiert er die Weltwoche. Schon in den vier ersten Monaten des 2010 bekundeten vereinzelte der Exportindustrie ihre Sorge über die Frankenstärke in den Medien.


Im März 2010 stieg der CHF erstmals kräftig gegenüber dem Euro an, mit dem Juni startete die erste “richtige” Auf- bzw. Abstiegswelle. Wobei im Abstieg der Euro nie die vorhergehende Stärke erreichte.

Die beiden SNB-Direktionsmitglieder Hildebrand und Jordan zur Kritik

Herr Hildebrand begründet die EUR-Devisenkäufe auf Grund einer deflationären Entwicklung:

Quelle: SF1 vom 16.12.2010 – Weiterhin billiges Geld für Schweizer Wirtschaft

Thomas Jordan verteidigt die Devisenmarktinterventionen und erklärt die zukünftige Ausschüttungspolitik an den Bund und die Kantone:
Jordan zum SNB-Jahresverlust, der Ausschüttungspolitik und den politischen Forderungen


Quelle: DRS1 vom 14.01.2011 – SNB erwartet Jahresverlust von 21 Milliarden Franken

Ich kann nicht beurteilen, ob die SNB die Situation jederzeit richtig einschätzte. Anderseits wird die SNB nie öffentlich Fehler bezüglich ihrer Devisenkäufe eingestehen.

Die vielleicht unfairen Kritiker der SNB

Nebst Christoph Blocher kritisierte auch der Novartis-Präsident Daniel Vasella die Nationalbank für ihre Euro-Devisenkäufe. Es sei dahingestellt, wie viel diese zwei Herren von der Geldpolitik verstehen. Vielleicht wäre es angebracht, dass diese bei der Nationalbank vorbeischauen und sich deren Arbeit erklären liessen. Aus “Ziele und Aufgaben der Schweizerischen Nationalbank” kann entnommen werden, dass die SNB der konjunkturellen Entwicklung auch Rechnung tragen sollte. Somit kann ein privatwirtschaftliches auf Gewinn getrimmtes Unternehmen nicht mit einem Monopol des Gelddrucken, d.h. einer Notenbank verglichen werden.

Die politisch motivierte Kritik des Christoph Blochers

Im Nachhinein ist es einfach, die Nationalbank zu kritisieren. Wäre diese Kritik im Frühling bzw. Sommer 2010 erfolgt und nicht erst seit zirka einem Monat, würde ich Herrn Blocher nicht politisches Kalkül unterstellen. Herr Blocher hat seine Abwahl vom Bundesrat nicht überwunden. Mit dem Departementswechsel von Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf ins Finanzdepartement, wird Herr Blocher und seine SVP vermehrt die Amtsführung von Widmer-Schlumpf beanstanden.

Teleblocher wiederholt gebetsmühlenartig dieselben Botschaften; ziemlich langweilige Sendung! Aus den obrigen Videoausschnitt folgte eine Woche die wiederholte Kritik an Herrn Hildebrand durch SVP-Übervater Blocher. Dabei sind die Devisenkäufe des Euros nur „noch“ EUR 150 Milliarden. Neu ist die Unterstellung von Herrn Blocher, dass Herr Hildebrand den Euro retten wollte. Eine solche kühne Behauptung werden hoffentlich nicht mal seine grössten Anhänger ohne Zweifel bejahen.


Quelle: Teleblocher vom 28.01.2011
Im Oktober 2011 wird das Parlament neu gewählt. Christoph Blocher agiert als Wahlstimmenfänger für seine SVP, dabei agiert er unzimperlich bezüglich gewissen Institutionen wie der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) und der SNB. Dabei unterschlägt er Fakten und verdreht das Offensichtliche in seine “Wahrheit”, ich habe darüber schon in “Neulich kreierte sich die SVP mit der SRG einen Scheinfeind” und “Herr Blocher und seine SVP sind einfältig geworden” geschrieben.

Swissmem beurteilt Devisenmarktinterventionen positiv

Wie den aktuellsten Zahlen der Nationalbank Statistik entnommen werden kann, muss die Schweizerische Nationalbank (SNB) offensichtlich sehr starke Devisenmarktinterventionen vorgenommen haben, denn die Euro-Bestände der SNB haben per Ende März 2010 einen Höchststand erreicht. Man kann davon ausgehen, dass ohne diese Interventionen die Aufwertung des Schweizer Frankens noch viel stärker ausgefallen wäre. Diese Devisenmarktinterventionen, die unserer Industrie zweifellos nützen, haben aber auch eine Kehrseite, weil dadurch der Ausstieg aus der bisherigen expansiven Geldpolitik verzögert wird.

Quelle: Ausschnitt aus Network 02/2010, Seite 5

Dauerklage der Schweizer Exportwirtschaft über starken Schweizer Franken

Schon im Februar 2010 wurde die unangenehme Wechselkursproblematik für die Exportindustrie in den Zeitungen thematisiert. Beispielsweise in einem Artikel “Intervention gegen Franken-Aufwertung” der NZZ Online. Sehr aktiv im Bejammern der Frankenstärke war der heutige Bundesrat Johann Schneider-Ammann.

Ab Anfang Mai 2010 wurde fast monatlich der starke Franken für die Exportwirtschaft von damaligen swissmem Präsident Schneider-Ammann beklagt:
1 Euro kostet nur noch 1.40 Franken


Quelle: DRS1 vom 6.05.2010 – 1 Euro kostet nur noch 1.40 Franken
Vielleicht veranlassten solche übertriebene Aussagen die SNB zu den massiven EURO-Devisenkäufen im Mai 2010.

Widersprüchliches vom Fed-Vorsitzenden Ben Bernanke

Ich habe schon frühere im Eintrag “Wie ein Notenbanker die Situation falsch einschätzte” über die Fehleinschätzungen von Ben Bernanke geschrieben.
Wenn sich Bernanke selbst widerspricht:

The Daily Show With Jon Stewart Mon – Thurs 11p / 10c
The Big Bank Theory
www.thedailyshow.com
Daily Show Full Episodes Political Humor & Satire Blog</a> The Daily Show on Facebook

Der US-Fernsehkomödiant von Jon Stewart zeigte neulich zwei Interviews mit Ben Bernanke. Im ersten Interview vom 15.03.2009 spricht er vom Gelddrucken, im zweiten Interview vom 5.12.2010 verneint er das Gelddrucken.

Oftmals wenig Transparenz bei den Zentralbanken

Die Notenbanken haben sich nicht der Transparenz verschrieben, vielleicht muss dies zum Teil auch so sein, andernfalls würden sie für die Finanzmärkte noch berechenbarer. Beispielsweise rechnen die Aktienbesitzer in “Im Dunkeln der Finanzmärkte – Teil 2” erwähnt mit der Wiederholung des Greenspan-Put durch die US-Notenbank.

SNB und die UBS-Rettung

Die SNB muss nicht öffentlich im Detail vorlegen, welche “toxischen” Wertpapiere von der UBS in den Stab Fund übernommen wurden. Einen solche Einblicke will die SNB den anderen Marktteilnehmer nicht gewähren, es könnten sonst Nachteile im Handel mit diesen Wertpapieren entstehen.

Offenlegung der Bailout-Informationen durch die Fed

Die Fed wurde vom Kongress gezwungen, die über 21‘000 Transaktionen zwischen Dezember 2007 und Juli 2010 öffentlich zu machen. Am 1. Dezember 2010 wurden die detaillierten Daten der Liquiditäts- und Kreditmassnahmen zur Rettung des Finanzsystems im Nachgang der Subprime-Krise öffentlich.


Quelle: 20 Minuten Online vom 10.12.2010 – Geheimdeal mit den USA rettete die UBS

Hätte die UBS ohne die Hilfe durch die Fed überlebt?

Die USB hat im Programm mit dem Namen “Commercial Paper Funding Facility” mit USD 74.5 Milliarden Dollar laut Bloomberg sogar doppelt soviel Geld erhalten, wie die US-Bank Citigroup. Die Zahlen müssen laut der UBS allerdings insofern relativiert werden, da sie Doppelzählungen durch erneuerte bestehende Geschäfte enthalten, somit waren nie mehr als zirka 37 Milliarden ausgelehnt.

Zirka 2 Wochen nach der Rettung der UBS in der Schweiz, konnte bzw. musste die UBS ihre illiquide gewordenen Commercial Papers gegen Geld bei der Fed einlösen. Am 28.10.2008 waren es USD 7.9 Milliarden, am Tag danach 9.9 Milliarden, am 30.10.2010 11.9 Milliarden und am letzten Oktober-Tag zirka 7.4 Milliarden. Die Kunden zogen massenhaft ihre Gelder von der UBS ab und das Interbankengeschäft war zum Erliegen gekommen.

Hätte die UBS ohne diese Liquiditätsspritzen der Fed den Konkurs abwenden können? Diese Frage wurde seit der Fed-Bekanntgabe ihrer Nothilfekredite nie in der Schweiz thematisiert. Auch in einer direkten Demokratie werden einige heikle Themen nicht öffentlich diskutiert.

Trade and settlement date Maturity date Commercial paper purchased Discount rate Total discount rate + Credit enhancement
surcharge
Issuer name
28.10.2008 26.01.2009 7’942.2 1.87 2.87 UBS FINANCE DELAWARE LLC
29.10.2008 27.01.2009 9’929.0 1.84 2.84 UBS FINANCE DELAWARE LLC
30.10.2008 28.01.2009 11’917.8 1.71 2.71 UBS FINANCE DELAWARE LLC
31.10.2008 29.01.2009 5’961.0 1.59 2.59 UBS FINANCE DELAWARE LLC
31.10.2008 29.01.2009 1’490.3 1.60 2.60 UBS AMERICAS INC
26.01.2009 27.04.2009 4’971.7 1.24 2.24 UBS FINANCE DELAWARE LLC
27.01.2009 27.04.2009 4’972.0 1.24 2.24 UBS FINANCE DELAWARE LLC
28.01.2009 28.04.2009 5’469.5 1.21 2.21 UBS FINANCE DELAWARE LLC
29.01.2009 29.04.2009 9’944.5 1.22 2.22 UBS FINANCE DELAWARE LLC
30.01.2009 30.04.2009 10’441.5 1.21 2.21 UBS FINANCE DELAWARE LLC
30.01.2009 30.04.2009 1’491.6 1.23 2.23 UBS AMERICAS INC

Fazit

Viele Zentralbanken haben ihre Bilanzsumme seit 2009 stark ausgeweitet, die SNB mit rund CHF 300 Milliarden knapp auf das Dreifache [1]. In vielen diesen aufgeblasenen Bilanzen haben sich erhebliche Risiken angesammelt, bei der SNB sind dies beispielsweise die hohen Bestände an Devisenanlagen. Wie im Anlagekommentar von Wegelin und Co erwähnt, könnte sich eine Zinserhöhung negativ in den Bilanzen der Zentralbanken niederschlagen.

Die Zentralbanken unterliegen Zielkonflikten, die durch die Rettung des Finanzsystems nicht minder geworden sind. Bei der SNB sind es die traditionelle Ausschüttung der Milliarden an den Bund und die Kantone und bei der Fed ist es die gleichzeitige Bekämpfung der Inflation und Arbeitslosigkeit, wobei der zweite Zielkonflikt von den Ökonomen mehrheitlich bestritten wird.

In der Vergangenheit gab es Staatsbankrotte, Währungsreformen, hohe Inflation usw. auch in der Zukunft sollten wir solche Ereignisse für die industrialisierte Welt nicht ausschliessen. Vieles im jetzigen Finanzsystem liegt im Argen. Es ist fraglich, ob den Zentralbanken daraus für den Bürger “schmerzfreien Befreiungsschlag” gelingen wird.

Links:

[1] Die Schweizerische Nationalbank und die Finanzkrise – Club of Rome Forum

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Vor zirka einem Jahr habe ich geschrieben, dass dies die letzte Wiedergabe der Jahresprognosen von Börsenprofis sein würde. Damit habe ich von 2007 bis 2010 einige Prognosen der Aktienexperten und deren Qualität in diesem Blog abgebildet.

Beim Vergleich der Prognosen mit der Realität, konnten immer wieder erhebliche Differenzen festgestellt werden. Wahrscheinlich beträgt die Trefferquote erwartungsgemäss zirka 50% bzw. sie sind rein zufällig.

Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern

Herr Panagiotis Spiliopoulos ist ein Repräsentant dieser Analysten, im 2010 bis heute genoss er eine erhöhte Aufmerksamkeit in diesem Blog. Dieser Herr hat sich mit seinen Prognosen im 2010 schon einige Mal richtig vertan. Dies hindert ihn aber nicht daran, auch für das 2011 wieder einen ähnlichen Anstieg des SMI zu prognostizieren wie im 2010.


Quelle: SF-Börse vom 3.01.2011 mit Panagiotis Spiliopoulos

Am 29.10.2010 prognostizierte er noch einen Anstieg des SMI von 5-7% bis Ende 2010. Er lag ziemlich daneben – der SMI verlor danach noch 0.5%. Dieser Herr scheint nach dem Prinzip zu leben: “Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern”.

Keine kritischen Fragen der Journalisten an die Analysten

Die Journalisten tragen eine Mitschuld an diesem Prognosenmist. Sie stellen keine kritische Frage zu den vergangenen Prognosen, folgende Fragen würde ich beispielsweise an die Adresse von Herrn Spiliopoulos richten:

  • Warum wich Ihre 2010-Prognose bezüglich des SMI so weit von der Realität ab?
  • Mit Ihren Aktienempfehlungen Adecco, Holcim und UBS haben Sie den Referenzindex SMI nicht geschlagen. Warum sollten wir im Jahre 2011 Ihrer Aktienempfehlung befolgen?
  • Warum haben Sie die gute Entwicklung der schweizerischen Luxusgüter-Konzerne im 2010 nicht vorausgesehen?
  • Warum haben Sie die Auswirkungen der Schuldenkrise in Europa so unterschätzt?

Ich bin mir sicher, dass die Fragen mit unterwarteten Ereignissen begründet würden. Stellt sich nun die Frage, ob sich der Zufall in der Zukunft besser vorhersehen lässt, wohlmöglich nicht.

Zweitklassige Journalisten nur Handlanger der Finanzdienstleister

Wahrscheinlich werden die Analysten von den Journalisten interviewt, die sonst nirgends eingesetzt werden können. Weder die Analysten noch die Journalisten fühlen sich der Wahrheit verpflichtet, andernfalls würden sie nicht Hand bieten für die Verbreitung von irreführenden Informationen. Die niedrigen Motive dieser Analysten und Journalisten ist uns für das Mitmachen in ihrem unfairen Börsenspiel zu gewinnen. Direkt oder indirekt sind sie bezahlte Animateure der Banken. Die Finanzdienstleister verdienen oder gewinnen Geld, indem sie uns Kommissionen abknöpfen und uns von ihren professionellen Spielern in ihren teilweise sehr intransparenten Spielen ausnehmen lassen.

Roger de Weck sollte SF-Börse vom Sender nehmen

Die Schweizer zahlen pro Haushalt einige hundert Franken Empfangsgebühren. Auch ich überweise diesen Betrag an die Billag. Seit anfangs 2011 ist Roger de Weck der neue SRG-Generaldirektor, seine Service-Public-Haltung ist die Aufklärung.

Eine SF-Börse betreibt mit ihren Prognosen keine Aufklärung an das zahlende Publikum. Es genügt vollumfänglich, wenn in der Tagesschau der SMI-Punktestand wiedergegeben wird. Niemand braucht die Prognosen und Kommentare von Analysten zur besten Sendezeit bei SF1. Roger de Weck sollte diese Sendung vom Sender nehmen oder wenigstens im SF1-Programm weit nach hinten schieben.

Impulse der NZZ Online eine positive Ausnahme

Des Öfteren besuche ich das Format Impulse der NZZ Online. In diesen Videointerviews können Speziallisten zu einem bestimmten Thema ihre Meinung äussern. Dort dauern die kürzesten Interviews schon länger als die gesamte Sendedauer von SF-Börse. Es wird nicht nur das Thema Börse behandelt und der Aktienkurs eines Einzeltitel ist eine Nebensächlichkeit.

Diese Plattform gibt den Ökonomen, Analysten, usw. die Möglichkeit, ein Sachlage dem Anlegern vereinfacht näher zu bringen. Durch die Vielfalt der Themen und der Mannigfaltigkeit der Experten, entsteht bei mir nicht der Eindruck, dass es sich wie bei der SF-Börse um eine Verkaufsveranstaltung der Finanzdienstleister handelt.

So informativ die Sendung Eco ist, so oberflächlich und irreführend ist SF-Börse.

Manchmal gibt es sehr vernünftige Aussagen von Ökonomen und Analysten

Es gibt auch Ökonomen oder Analysten, welche dieses Prognosemist unterlassen oder gar selbst infrage stellen.

Quelle: Cash vom 31.12.2010 mit Klaus Wellershoff

Fazit

Solange die Medien viel Aufwand und Zeit für die Verbreitung von Prognosemist aufwenden, müssen wir uns Kleinanleger um das Wissen und die hilfreichen Informationen selbst bemühen. Jedenfalls habe ich noch einige Themen für dieses Blog, wie beispielsweise:

  • Rebalacing
  • Vergleich Sektoren- oder Ländergewichtung
  • Vergleich Large- Mid- und Smallcaps
  • Unterschied Kapitalgewichteter-, Gleichgewichteter- Fundamental-Indizes

Dies sind nur einige Themen, die dem Kleinanleger weit mehr Nutzen bringen als durch die Medien verbreiteten unbrauchbaren Jahresprognosen.

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Noch vor dem ersten Handelstag im 2011 betrachten wir kurz die letztjährigen Jahresprognosen der Aktienprofis. Obwohl diese Jahresprognosen und die reale Kursentwicklung für die schweizerischen Aktienwerte sehr stark auseinanderdividieren, bleiben die Finanzdienstleister unbelehrbar, sie werden ihren Prognosenmüll auch für das 2011 von sich geben.

Die Performance des SMI wurde für das 2010 zu hoch prognostiziert

Der SMI beendet das Jahr 2010 mit einem Punktestand von 6436.04 und verliert damit in diesem Jahr 1.68%. Die Profis hatten alle einen Kursanstieg für den SMI vorausgesagt.


Quelle: SF-Börse vom 4.01.2010

Eine Investition der im Video erwähnten 3 Aktientitel brachte einen Jahresverlust von 3.08% und liegt damit klar schlechter als ihr Referenzindex SMI mit einer negativen Rendite von 1.68%. Noch Ende Oktober prognostizierte Herr Spiliopoulos einen Kursanstieg für den SMI von 5-7%, siehe “Gemeinsamkeiten von Mike Shiva und Panagiotis Spiliopoulos“. Am 29.10.2010 lag der Punktestand des SMI bei 6472.23, das 2010 beendete der SMI mehr als 0.5% darunter, wo blieb der angekündigte Anstieg von 5-7%. Dieser Herr verbreitet die gleiche Scharlatanerie wie ein Mike Shiva, hoffentlich nimmt dies sein Arbeitgeber auch zur Kenntnis.

Einige bekannte Finanzinstitute prognostizierte Ende 2009 für das 2010 einen durchschnittlichen Kursanstieg des SMI von 5.5%, siehe “Prognosen der Börsenprofis und meine für 2010” für weitere Prognosen.

Finanzinstitute Prognose SMI-Punktestand Ende 2010 SMI um wieviel Prozent überschätzt Empfehlung Top-Aktien SMI (mit Jahresrendite) Jahresrendite, wenn 100% in die empfohlenen Aktien investiert
Clariden Leu 7250 12.65% ABB (4.46%), Nestlé (9.06%), Syngenta (-5.92%) 2.53%
Credit Suisse 7000 8.76% Nestlé (9.06%), Swiss Life (2.42%), Syngenta (-5.92%) 1.85%
Julius Bär 6750 4.88% Nestlé (9.06%, Roche (-22.07%), Syngenta (-5.92%) -6.31%
Sarasin 6600 2.55% Roche (-22.07%), ZFS (6.93%) -7.57%
UBS k.A.   ABB (4.46%), Nestlé (9.06%), Syngenta (-5.92%) 2.53%
Vontobel 6950 7.99% Adecco (7.36%), Holcim (-12.24%), UBS (-4.36%) -3.08%
Zürcher Kantonalbank über 7000 >8.76% Novartis (-2.74%), Roche(-22.07%), Syngenta (-5.92%) -10.24%

Nur 3 der 7 Aktienempfehlungen hätten besser performt als ihr Referenzindex SMI.

Für 2010 hatte die Mehrheit der Analysten defensive Pharmatitel wie Roche und Novartis sowie den Nahrungsmittelhersteller Nestlé empfohlen. Bis auf Nestlé wurden diese Unternehmen den Renditeerwartungen nicht gerecht. Der meistgenannte Favorit der Experten, der Pflanzenschutz- und Saatgutkonzern Syngenta, befindet sich im letzten Drittel des SMI.

Syngenta, der Favorit der Analysten enttäuschte

Viele Aktienprofis empfahlen die Syngenta, letztendlich eine völlige Fehleinschätzung. Bei der Betrachtung des folgenden Kurscharts erstaunt die positive Einschätzung Ende 2009 für die Syngenta nicht:

Obwohl die meisten Analysten ihre Prognose mit fundamentalen Daten begründen, schreiben sie oftmals nur den Trend eines vorhergehenden mehrmonatigen Kursanstieges fort. Der Kleinanleger kauft auf Grund solcher Empfehlungen oft zu spät und wird mit dem Abwärtstrend konfrontiert. Die hier als Beispiel aufgeführte Aktienempfehlung einer Syngenta Ende 2009 ist nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel einer „verspäteten“ Aktienempfehlung.

Die 2010-Gewinner des SMI hatten die Profis nicht auf ihrem Radar

Die beiden Gewinner Richemont SA (58.36%) und Swatch Group AG (59.14%) des SMI hatten die Aktienprofis nicht auf ihrem Radar. Die Aktien der Luxusgüter-Konzerne hatten einen kontinuierlichen Kursanstieg mit wenigen Rückschlägen über das gesamte Jahr.

Martin Neff, Chefökonom der Credit Suisse ein guter Kontraindikator

Die Prognosen von Martin Neff finde ich immer wieder interessant, des Öfteren liegen seine Prognosen so kläglich daneben, dass es sich lohnt, in das zu investieren, was er nicht empfiehlt bzw. nicht in das zu investieren, was er empfiehlt.

Noch im Oktober 2008 prognostizierte er ein 1% BIP-Wachstum für das 2009 der Schweiz. In der Realität fiel die Schweiz in eine Rezession mit einem negativen Wachstum von 1.9%, siehe “Börsenrückblick 2009 und mein Portfolio“.


Quelle: Cash-Talk vom 5.10.2008
Zu seiner Entschuldigung muss angemerkt werden, dass zu diesem Zeitpunkt fast ausnahmslos alle Konjunkturprognosen völlig falsch waren.

Seine Prognose für das 2010 finde ich sehr speziell:


Quelle: SF-Börse vom 8.01.2010
Mit seiner Warnung vor der Spekulation in Rohstoffen und besonders in die Industriemetalle lag er völlig daneben. Seine Empfehlung für die Titel der Gesundheitsbranche und Medizinaltechnik war ein Gehen mit Verlierern. Nur die Nahrungsmittelindustrie brachte positive Renditen.

Mögliche Eurokrise wurde nicht vorhergesagt

Ich benutzte das Wort Eurokrise nur ungern, ich glaube die Probleme des Euro werden durch konzeptlose europäische Politiker, den Finanzmärkten und den Medien hochstilisiert.

Noch Ende 2009 oder Anfangs 2010 wurde von Ökonom bzw. Analyst die möglichen Haushaltsdefizite in den Euro-Staaten nicht als problematisch eingeschätzt. Dass sich Irland mit der Rettung ihres maroden Bankensystem zum zweiten Pleitekandidat in der EU-Zone qualifiziert, wurde damals von den bekannten schweizerischen Aktienexperten nicht erkannt.

Die Politik ist die Hauptschuldige bei der Eurokrise

Letztendlich sind die Politiker und deren Staatsapparate die Hauptverantwortlichen der Eurokrise. Es gibt mehrere Gründe für die Probleme des Euros. Im Folgenden vereinfache ich dieses Thema auf zwei Hauptgründe, verursacht durch die Politik der einzelnen Länder.

Grund 1: Mängel bei den Spielregeln und deren Einhaltung

Die Legislative erlässt die Spielregeln und die Exekutive mit ihren staatlichen Behörden sind für deren Einhaltung verantwortlich.

  • Wenn beispielsweise ein Irland seine Banken zu lasch reguliert bzw. überwacht, dann muss deren politische Elite zur Verantwortung gezogen werden können.
  • Wenn Griechenland seine Staatsbilanz fälscht, dann müssen die Täter dieses Staatsapparates gebüsst werden.

Es gäbe noch viele Beispiele für die Fortsetzung dieser Liste. Letztlich können schlechte Regeln wie nicht eingehaltene gute Regeln zu einem Desaster führen.

Grund 2: Aussenhandelsüberschuss und Aussenhandelsdefizit

Eine Volksmeinung über ein anderes Volk ist oftmals falsch oder bei Weitem übertrieben. Beispielsweise der fleissige Deutsche und der faule Grieche und somit trägt der Grieche für alles Unheil die Schuld. Die Realität ist oft komplizierter wie auch das Thema Aussenhandelsüberschuss und Aussenhandelsdefizit.

Viele Deutsche glauben ein andauernder Aussenhandelsüberschuss sei ein erstrebenswertes Ziel. Und die Mittelmeerstaaten sollten es ihnen gleich tun, dabei vergessen sie, dass der Überschuss des einen, das Defizit des anderen sein muss. Damit exportieren die Deutschen ihre Ersparnisse in die Länder mit Aussenhandelsdefizit gegenüber Deutschland. Deutschland sollte besser in ihre Binnenkonjunktur investieren und die Löhne erhöhen. Natürlich können sie weiterhin Waren und Dienstleistungen als Gläubiger in Ausland exportieren, es fragt sich nur, ob die Importländer bzw. Schuldner jemals ihren Verpflichtungen nachkommen.

Wenn ich im deutschen Fernsehen eine Umfrage wie beispielsweise, „Wollt ihr die DM zurück“ mitverfolge, dann beschleicht mich das Gefühl, dass dem einfachen deutschen Volk die grundlegenden volkswirtschaftlichen Mechanismen völlig unbekannt sind. Es wäre an der Zeit, dass die deutsche Politik ihren Bürgern endlich die Konsequenzen ihrer Wirtschaftspolitik erklären würde.

Devisen sind ein lukratives Spiel für die Spekulanten

Die Spekulanten an den Finanzmärkten lieben „Übertreibungen“, damit können sie sehr viel Geld gewinnen. Dabei hilft ihnen die dauernde negative Berichterstattung beispielsweise über die Staatsdefizite oder den Euro durch die Medien, diese sehen schon den Bankrott einzelner Staaten oder gar den Untergang des Euro. Auch die öffentlich zur Schau gestellte Uneinigkeit der Politiker der einzelnen Euro-Länder ist geradezu ein Segen für die Spekulanten.

Natürlich spielen die Banken und Hedgefonds bei der Währungsspekulation eine gewichtige Rolle. Es ist naiv zu glauben, das zurzeit die Kursverhältnisse im Devisenhandel alleine durch den „funktionierenden“ Markt zu Stande kommt.

Spekulanten arbeiten mit den Ängsten der anderen Marktteilnehmer

Die Spekulanten verstärken einen Trend und arbeiten mit der Angst der Marktteilnehmer. Dies ist bei den Staatsobligationen und Währungen sehr ausgeprägt. Wahrscheinlich kehrt demnächst wieder Ruhe beim Euro ein, er wird gegenüber den anderen Währungen wieder ansteigen. Es ist wird einfach sein, eine erneute Spekulationswelle gegen den Euro zu fahren. Die Spekulanten können sich die Angriffspunkte wie die Staatshaushalte von Portugal, Belgien, Spanien oder auch wieder Griechenland einfach auswählen. Die EU-Politiker und Medien werden das Thema sicherlich wieder dramatisieren und damit die Gewinne der Spekulanten ansteigen lassen.

Ähnliche Spekulationswellen hatten wir im 2008 gegen die Banken

Während 2008 und im ersten Quartal 2009 gab es gegen die grossen Geschäftsbanken solche Spekulationswellen. Wobei damals die Bankanalysten ihre Konkurrenz mit negativen Gewinnerwartungen belasteten bzw. einander den Abschreibungsbedarf vorrechneten, dies liess die Aktienkurse periodisch purzeln und wieder ansteigen. Damals konnten mutige Spekulanten, die solche Wellen der Übertreibungen erkannten, sehr hohe Kapitalgewinne mit Bankaktien einfahren.

Fazit

Rückblickend waren die Jahresprognosen der schweizerischen Aktienexperten für das 2010 ein Desaster. Sie prognostizierten den SMI-Punktestand im Durchschnitt um mehr als 7% zu hoch. Die beiden Gewinner des SMI hat keiner diese Spezialisten empfohlen, im Gegenteil empfahlen sie die Verliererin Syngenta. Von den Analysten wurde zudem unterschätzt, dass die Schuldenkrise in Europa dereinst im 2010 nicht nur die Agende der Spitzenpolitiker Europas prägen würde, sondern auch die Finanzmärkte.

Auf solche Fehlprognosen können wir Kleinanleger verzichten.

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