Sep 052011
 

Fast täglich wird in den Medien das Problem des starken Frankens diskutiert. Scheinbar ist es der so “unabhängigen” Schweiz nicht möglich ohne längerfristige unvorhersehbare Nebenwirkungen den Anstieg ihrer Währung zu bremsen.

Die Eurokrise ist in Wahrheit auch eine Frankenkrise

Obwohl einige Eurostaaten stark verschuldet sind, hat sich der Euro seit seiner Einführung im Jahre 1999 gegenüber seiner Handelspartner nicht abgeschwächt. Gegenüber dem US-Dollar (USD) und dem britischen Pfund (GBP) hat der EUR über 20% zugelegt:

Zudem lag die Verschuldungsquote der Eurostaaten noch vor der Finanzkrise tiefer als bei der Einführung ihrer Gemeinschaftswährung. Die aktuelle Staatsverschuldung der Eurostaaten kann nicht dem Euro angelastet werden.

Quelle: Spiegel 10.08.2011 – Wie bankrott ist die Welt?

Japan hat mit über 200% des BIP die höchste Verschuldung der Industrienationen, trotzdem war der Yen (JPY) seit 1999 eher eine starke Währung. Die Simplifizierung der möglichen kausalen Zusammenhänge zwischen Staatsverschuldung und deren Währungsstärke genügt bestenfalls der Propaganda bestimmter Politiker und Medien. Letztendlich wird der CHF von den Märkten viel zu hoch bewertet. Zudem zeigt diese Schuldenlandkarte, dass es auch etliche industrialisierte Länder gibt, dessen Verschuldung weitaus geringer ausfällt als die der Schweiz.
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 Geschrieben von um 23:32
Okt 162010
 

Der Wertpapierhandel wurde in den letzten Jahren mit technologischen Innovationen beschleunigt, eine Ausprägung sind die Hochgeschwindigkeitshändler. Ein Flash Crash der Art vom 6.05.2010 wurde erst durch dieses Robottrading möglich. Ein anderes Thema in diesem Beitrag ist Moral Hazard in den Finanzmärkten, davon profitieren besonders die grossen und vernetzten Banken wie auch teilweise der Privatanleger. Hingegen werden wir von den Banken durch Informationsasymmetrie benachteiligt, darüber werde ich im dritten Teil berichten.

Befremdliches und fragwürdiges beim Wertpapierhandel

Der populäre Ausdruck “Wissen ist Macht” bzw. in den Finanzmärkten “Wissen ist Geld” hat eine hohe Bedeutung in den Finanzmärkten. Durch die Weitergabe oder Zurückhaltung von Informationen durch die Finanzdienstleister wurden die Privatanleger schon immer zum falschen Aktivismus manipuliert. Dank dem Internet kann sich ein Privatanleger heute umfassender und schneller über das Geschehen an der Wirtschaftsfront und den Finanzmärkten informieren. Damit den Finanzinstituten ihr Wettbewerbsvorteil erhalten bleibt, wurde der Wertschriftenhandel in den letzten Jahren mit intransparenten Handelsplattformen und dem Hochfrequenzhandel angereichert.

Dark Pools

Mit der Liberalisierung der Finanzmärkte in den USA und Europa entstanden viele neue Börsenhandelsplätze. Diese rein elektronischen Handelsplattformen wie Chi-X, Bats und Turquoise usw., konkurrenzieren die traditionellen Börsen. Zusätzlich gibt es noch die so genannten Dark Pools, dort bleiben Käufer und Verkäufer anonym und vor dem Abschluss der Transaktion gibt es auch keine Angaben über ihre Kauf- und Verkaufsordergrössen.

Was sind Dark Pools?


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 Geschrieben von um 23:50
Aug 182010
 

Es mag Sie erstaunen, dass einer aus der Gruppe der doch so “asozialen” Informatiker das Verhalten der Banken/Finanzintermediäre kritisiert. Was ich teilweise an den Finanzmärkten beobachten muss, ist das pure Gegenteil, was sich beispielsweise mit Open Source in der Informatik abspielt – scheinbar verhält sich die Informatikergilde viel weniger asozial als die professionellen Partizipanten der Finanzmärkte.

Ein anders Beispiel des unentgeltlichen arbeiten, ist die Erfolgsgeschichte von Wikipedia. Scheinbar finden Menschen ausserhalb der Finanzindustrie auch unentgeltlich eine Befriedigung in ihrer Arbeit.

Finanzindustrie und Informationsasymmetrie – Teil 1

Obwohl meiner nur etwas mehr als 4 Jahren Erfahrung in denen ich nur gelegentlich ein Wertpapier handle, sind mir die Benachteiligungen der Privatanleger und teilweise auch der institutionellen Investoren an diesen Markt offensichtlich geworden.

Die Finanzindustrie hat ihren öffentlichen Informationszugang soweit optimiert, damit wir der Überzeugung unterliegen, dieses Marktspiel erfolgreich für uns beschreiten zu können. Beispielsweise werden die Renditen eines Produktes immer in den Vordergrund gerückt und die Risiken erscheinen nur noch im Kleingedruckten. Alle Produkte haben immer ein auf Berechnung basierendes quantitatives Risiko, oftmals werden diese bei bestimmten Produkten nur teilweise oder überhaupt nicht ausgewiesen. Nicht nur die Bilanzen der meisten Banken sind eine Blackbox auch eine grosse Anzahl ihrer angebotenen Produkte verunmöglichen den fairen Wettbewerb. Die Banken/Hedge-Funds nutzen geschickt diese Informationsasymmetrie zu ihren Gunsten, darüber werde ich im dritten Teil berichten.

Wer sind diese professionellen Marktakteure der Finanzmärkte

Ich sitze hinter dem Computerbildschirm und gebe meinen Kauf- oder Verkaufsauftrag ein, dabei habe ich nur eine geringe Vermutung, wer die Gegenseite sein könnte. Mich würde interessieren, wer die Hauptakteure an den Finanzmärkten sind, an denen sich auch die Privatanleger tummeln. Leider hüllt sich die Finanzbranche einmal mehr in Schweigen. Die Banken können es nicht sein, diese wickeln gemäss ihren Angaben fast nur Kundenaufträge ab. Es müssten daher die Hedge-Fonds und institutionellen Investoren sein?

Parketthandel oder wo für das Geld noch gearbeitet wird?

Quelle: Britannica, New York Stock Exchange (NYSE)

Sicherlich ist der aktuelle NYSE-Parkett-Handel nicht repräsentativ für den heutigen technischen hochgerüsteten Aktienhandel. Mit dieser Art des idealisierten, historischen Handels will die Finanzindustrie wahrscheinlich den menschlichen Instinkt ansprechen. Es wäre ziemlich unschön, wenn die Reporter aus einem NYSE-Computerraum das Börsengeschehen kommentieren müssten – ist doch am Äussern des Computers die Hektik des Handels nicht sichtbar. Die Höhe der Volatilität der Aktienkurse bestimmt Gehgeschwindigkeit der Händler und hinterlässt den trügerischen Eindruck, dass dort für das Geld noch richtige und wichtige Arbeit geleistet wird.

Doch das Floor Trading wird sich in den nächsten Jahren erneuern, siehe “Next Generation Floor Phase I“, wobei dies mit traditionellen Floor Trading nichts mehr zu tun hat.
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 Geschrieben von um 20:48
Mai 142010
 

Ich bin ein klarer Befürworter des EU- und Euroraumes. Europa war während Jahrhunderten von kriegerischen Auseinandersetzungen geprägt. Ich bin überzeugt, dass mit der EU sehr viel mehr politische und wirtschaftliche Stabilität in Europa Einzug hielten. Die kontinuierliche Integration der europäischen Staaten in einen Staatenverbund erachte ich in Europa als die beste Friedensförderung, dies sind sich einige schweizerische Bürger nicht bewusst. Der Euro finde ich schon nur angenehm, da die nicht von Landesgrenze zu Landesgrenze die Währung wechselt.

Natürlich wird es auf dem Weg zu dieser Integration auch immer wieder Rückschläge geben, es ist ein langfristiges Projekt mit Höhen und Tiefen.

Die Staatsschulden im Euroraum

Im Folgenden eine Grafik mit den Schulden einiger Euroländer im Vergleich mit Grossbritannien und den USA:

Quelle: Gefahr für unser Geld, Faz.net 16.02.2010

Staatsverschuldung von USA und Grossbritannien höher als Euroländer

Zurzeit ist der Fokus der Weltpresse auf den Staatsschulden des Euroraum gerichtet. Obwohl die USA und auch Grossbritannien noch höhere Schuldenberge vor sich herschieben.

Die beiden Government Sponsored Entities (GSE) Fannie Mae und Freddie Mac zeichnen und garantieren zirka USD 5’500 Milliarden der US-Hypotheken. Das Fed kaufte bis USD 1250 Milliarden Mortgage-backed security (MBS) den beiden GSE ab. Der US-Staat hat Kreditlimiten für die GSE aufgehoben und sich verpflichtet, die weitern Defizite, bis ins Jahr 2012 zu übernehmen. China und Japan kaufen weiterhin die Anleihen der GSE, weil diese von einer US-Staatsgarantie für diese Wertpapiere ausgehen. In der Staatsrechnung wurden diese Schuldverpflichtungen der GSE Engagement nur teilweise aufgeführt. Würden die Schulden und Garantien vollständig in die US-Staatsrechnung übernommen, dann würde die Verschuldung der USA erheblich ansteigen.

Euro-Bail-out

Wahrscheinlich dient die Rettungsaktion für den Euro dazu, den vom griechischen Staatsdefizit drohenden Dominoeffekt auf weitere Euroländer wie Spanien, Portugal usw. zu unterbinden.

Die Ideologie der amerikanischen Geldvermehrungsmaschinerie nun auch für den Euroraum

Nach dem amerikanischen Fed und der Bank von England will nun auch die Europäische Zentralbank (EZB) Staatsanleihen im Euroraum aufkaufen. Die französischen und spanischen Banken bedankten sich am 10.05.2010 mit Kurssprüngen von 20%. Noch vor wenigen Tagen war dieser Ankauf von Staatsanleihen bei der EZB kein Thema – über das Wochenende wurde nun beschlossen, diese Geldvermehrungsmaschinerie auch für den EU-Raum zu starten.

Bis zu EUR 750 Milliarden werden für den Eurowährungsraum bereitgestellt, wovon der Internationale Währungsfonds (IMF) EUR 250 beisteuert. Unmittelbar stehen nur EUR 60 Milliarden zur Verfügung, für den grösseren Teil von EUR 440 Milliarden müssen die Staaten erst noch ihre Rechtsgrundlage schaffen.

Griechenland und Banken sind auch Erpresser

Griechenland hatte jahrelang falsche Angaben über seinen Schuldenstand gemacht und so das Ausmass seiner Haushaltskrise verschleiert, nun können sie darauf spekulieren gerettet zu werden. Gemäss dem Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann ist dies Euro-Rettungspaket auch ein weiteres Bail-out für die Banken.


Quelle: ZDF, Retten wir den Euro oder die Spekulanten vom 13.05.2010
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 Geschrieben von um 19:57
Sep 092009
 

Was bei Lebensmittel- und Pharmaindustrie so nicht ist

Wären Sie glücklich, falls die Lebensmittelindustrie auf den Produktaufdruck der nährwert- und gesundheitsbezogenen Angabe verzichten würde. Dafür würde die Lebensmittelindustrie nach gehäuften Lebensmittelerkrankungen eine Broschüre mit dem Titel “Besondere Risiken bei Lebensmittel” in die Haushaltungen verschicken.

Was würden Sie dazu sagen, wenn der Beipackzettel bei den Medikamenten nur das Anwendungsgebiet, die Dosierung bzw. Dauer der Anwendung und die Haltbarkeit des Medikamentes ausweisen würde. Keine Hinweise auf die möglichen Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten usw. Sie würden aber nach gehäuften Todesfällen verursacht durch Medikamente von der Pharmaindustrie ein Heft mit dem Titel “Besondere Risiken bei Medikamenten” nachhause geschickt bekommen.

Um beim Vergleich der Schweizer Onlinebroker zu bleiben, es wäre durchaus möglich die fehlenden Informationen der Lebensmittel bzw. der Medikamente mittels Internet umständlich zu ermitteln.

Nicht nur die Rendite zählt

Wahrscheinlich haben viele Anleger im Jahr 2008 und teilweise auch 2009 schmerzlich erfahren, dass die Rendite nur ein Teil einer Finanzanlage ist und das Risiko oftmals zu wenig beachtet wird.

effektenhandel

Ende 2008 und Anfang dieses Jahres bekam ich von den Banken, wo ich online Wertschriften handle, das Heft “Besondere Risiken im Effektenhandel”. Wahrscheinlich habe fast alle online Trader von ihren Brokern eine solche Druckschrift erhalten. Erstaunlicherweise wurden die Anleger erst mit dem Börsenabsturz 2008 wieder einmal an diese Risiken erinnert.

Angenommen Sie gehen zum ersten Mal zu einem Anlageberater, dann werden Sie hoffentlich feststellen, dass er viel Zeit verwendet, um Ihr Risikoprofile zu ermitteln. Zusätzlich zu Ihrer Risikoneigung wird der Anlageberater auch Ihr erwartetes Renditenziel und den ungefähren Anlagehorizont wissen wollen. Mit diesen drei Parametern, ausgedrückt in Zahlen, kann eine Finanzanlage bzw. ein Portfolio ermittelt werden. Die meisten Wertpapiere haben ein Risiko/Rendite Profil, was vielfach aus historischen statistischen Kursen errechnet wird. Der Anlageberater wird auf Grund dieses quantitativen Anlageprozess, eines für Sie passendes Portfolio ermitteln.

Keine Risikoangaben bei Schweizer Onlinebroker

Leider kümmert sich der Schweizer Onlinebroker wenig um das eingegangene Risiko ihrer Kundschaft. Ich habe einmal ein paar Onlinebroker darauf hin geprüft, welche Risikozahlen sie beim Kauf eines Wertpapiere angeben.

Migros Bank

migros_no_risiko
In ihren M-BancNet gibt es weder beim Kauf eines Wertpapieres noch für das gesamte Portfolio irgendwelche Zahlen über Risiken.

E-Trading der Postfinance

etrading_no_risiko

Keine Angaben über die Risiken beim Kauf eines Wertpapieres und auch nicht für das Gesamtrisiko des Portfolios. Es ist mir unerklärlich, warum E-Trading ein Werkzeug für die Chartanalyse anbietet und anderseits ihren Onlinetrader über die Risiken seines Portfolios im Dunkeln lässt.

Andere Handelsplattformen

Weiter habe ich auch die Demoversionen der Handelsplattform von Saxo Bank und Keytrade Bank kurz geprüft, auch dort keine Angaben über Risiken. Anders bei der Rendite, diese wird bei vielen Onlinebrokern ausgewiesen.

Swissquote hat es, will dies aber teilweise bezahlt haben

Risikoangabe für Portfolio

Bei der Swissquote kann das Portfolio nach Value at Risk (VaR) ausgewertet werden. Dieser wird für den aktuellen Tag, für eine Woche und einen Monat berechnet. Dasselbe gilt auch für den Value at Gain (VaG), mit diesen Angaben können auch die Risiken für asymmetrische Anlagen dargestellt werden, was für viele strukturierte Produkte sehr hilfreich ist. Auch das Gesamtrisiko der Portfolios wird auf einer Skala von 1 bis 10 eingestuft.

swissquoterisiko

Bei Portfolios mit nur symmetrischen Anlagen wie beispielsweise ETF’s, Aktien usw. wäre es wünschenswert, wenn die Risiken für ein Jahr ausgewiesen würden.

Risikoangaben beim Kauf

Der Equity- und Portfolio Analyzer von Swissquote scheinen meinen Forderungen bezüglich der Risikoangaben beim Kauf einer Position auch zu erfüllen, leider konnte ich diese beiden Werkzeuge noch nicht in Aktion sehen. Wobei Swissquote diese Dienstleistung jährlich mit CHF 199.– in Rechnung stellt, ebenfalls für Kunden mit einem Konto.

Onlinebroker ohne Risikozahl/en nicht akzeptabel

Für mich als Onlinetrader ist dieser Zustand der fehlenden Risikozahlen nicht akzeptabel. Ich frage mich, für was wir in der Schweiz eine eidgenössische Finanzmarktaufsicht (finma) haben. Diese verlangt von ihr überwachten Banken auch Risikozahlen, warum hat der Privatanleger kein solches Recht auf diese Risikozahlen der Onlinebroker. Obliegt es nicht der finma, den Kunden vor den Banken zu schützen?

Natürlich können diese Risikowerte für viele Wertpapiere, irgendwo im Internet gefunden werden und das Risiko eines Portfolios kann der Trader selbst berechnen. Nur gehören Rendite und Risiko zusammen und müssen entsprechend auch von den Handelsplattformen berechnet und ausgewiesen werden.

Den Einwand, dass viele Trader diese Zahlen sowieso nicht verstehen würden, kann als Begründung auch nicht angeführt werden. Falls ein Anleger die Risikowerte nicht versteht, kann er sich diese von seinem Anbieter erläutern lassen, möglicherweise lässt er sich diese Dienstleistung gar bezahlen.

Eine Rendite über einer risikolosen Anlage umfasst auch ein Risiko, der Anleger hat Anrecht dieses Risiko durch den Onlinebroker quantifiziert zu bekommen.

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 Geschrieben von um 20:00
Mrz 062009
 

Dem Wirtschaftsmagazin Bilanz 4/09 kann das Resultat des Beratertests von 18 ausgewählten Schweizer Banken entnommen werden. Übrigens halte ich die Bilanz als das beste Magazin für den Privatanleger, das Anlegermagazin Stocks präsentiert sich sehr unkritisch gegenüber den Banken, wahrscheinlich will siehe ihre Inseratekundschaft nicht verärgern, auch die wöchentliche Handelszeitung bietet kaum noch nutzbaren Inhalt für den Privatanleger.

Private Banking: Die besten Private Banker 2009

Ausgangslage

Es ging ein Brief an die Banken, mit dem Wunsch zwei Millionen Euro möglichst ohne Verlustrisiko anzulegen. Die Summe wurde in diesem Umfang gewählt, damit die Banken nicht irgendwelche standardisierte Produktlösung offerieren konnten. Die siebenköpfige Jury unter Leitung von Professor Thorsten Hens, bewerteten insgesamt 58 Kriterien. Bei den unterschiedlichen Gewichtungen der Kriterien gab es Noten zwischen 1 (sehr gut) bis 5 (schlecht). Dabei wurde den Kosten die höchste Gewichtung beigemessen.

Resultat

  • Privatbanken: Julius Bär (Gesamtsieger), Wegelin St. Gallen (2. Platz); Lombard Odier, Pictet, Sarasin, Vontobel, Wegelin Schaffhausen.
  • Universalbanken National: Migros Bank (1.Platz); Credit Suisse, UBS, Zürcher Kantonalbank, Bank Coop, Raiffeisen
  • Universalbanken Regional: Luzerner Kantonalbank (1. Platz), Berner Kantonalbank (2. Platz), Bank Linth (2. Platz); St. Galler Kantonalbank, Valiant Bank, Bank Sparhafen Zürich (Verzicht auf Angebot).

UBS und Credit Suisse enttäuschend

Beide Banken schlugen über 20% alternative Anlagen wie Hedge Funds vor und kaum Direktanlagen. Die beiden schrieben dazu, die Hedge Funds würden im persönlichen Gespräch erläutert. Hedge Fonds würden gegenüber Direktanlagen bevorzugt, um eine geringe Wertschwankung und eine ausreichende Diversifikation zu erreichen. Wohl auch wegen der Gebühreneinnahmen. “Je geringer der Anteil der Direktanlagen ist, umso höher sind versteckte Kosten”, erklärt Andreas Beck, Leiter des IVA aus München. Unverhohlen hat die Credit Suisse bei der Präsentation ihres Jahresergebnisses den auch das Ziel gesetzt, die Marge in der Vermögensverwaltung von 32 auf 40% zu steigern. Als ob es nie eine Krise gegeben hätte, blieb es bei den beiden Grossbanken beim reinen Anlagevorschlag ohne Zusatzinformationen, wieso gerade sie trotz der negativen Schlagzeilen eine gute Wahl wären.

Warum gewinnt die Migros Bank bei den Universalbanken?

Die Bilanz-Jury gefiel die Kostentransparenz und die günstigen Pauschalgebühren von 0.9% die sämtliche Kosten enthalten. Der Anlagevorschlag enthält einen hohen Anteil der kostengünstigen ETF.

Private-Banking-Rating 2010: Banken auf dem Prüfstand

Im Jahre 2010 wurde dieser Test neu aufgelegt, diesmal gab es neue Sieger.

Unpopulär Zertifikate

Ein ähnlicher Test wie dieser wurde in Deutschland im Frühsommer 2008 durchgeführt, damals gab es Vermögensaufteilung mit einem Zertifikatsanteil von bis zu 23%. Seit den Verlusten von Lehman-Brothers-Kunden sind diese aus den Portfoliovorschlägen praktisch verschwunden. Leider haben die kostengünstigen ETF nur spärlich den Weg in die Anlagenvorschläge gefunden.

Meine Meinung

Aus dem oben genannten Artikel kann auch entnommen werden, dass die Kunden in Deutschland offensichtlich wesentlich kostenbewusster sind. So betrugen die Gebührenpauschalen dort 0.81% gegenüber 1.1% in der Schweiz, ein Unterschied von 30%. Leider sind die Online-Trading-Anbieter der Schweiz gegenüber dem ausländischen Anbieter auch erheblich teurer.

Teure Online-Broker in der Schweiz

Hierzu ein Beispiel der Migros Bank: Kauf von 100 bzw. 1000 Novartis Aktien – Kurs 53.60

200 Aktien Courtage 1000 Aktien Courtage
Bank eBanking Kundenbetreuer eBanking Kundenbetreuer
Migros Bank mit Ticket Fee 40.00 100.00 40.00 100.00
Swissquote 50.00 N/A 175.00 N/A
Berner Kantonalbank / trade-net 39.30 117.92 123.00 428.80
Zürcher Kantonalbank 53.60 107.20 268.00 536.00
Raiffeisenbank Luzern 50.00 117.92 148.64 553.80
Credit Suisse 92.90 117.92 511.00 536.00
UBS 101.84 128.64 428.80 536.00

Hier ist die Migros Bank ab Transaktionen von zirka CHF 40’000.– am günstigsten. Bei Transaktionen im Wert von 10’000 bis 40’000 sind die Keytrade Bank und Saxo Bank die günstigsten, siehe Direktbanken und Online-Broker der Schweiz. Zudem haben sich nicht die technologischen Einschränkungen wie die Migros Bank, diese sind teilweise sehr stossend. Beispielweise können ab Uhr 17.30 keine Aufträge für den aktuellen Tag platziert werden. Jemand der den Handel an der US-Börse bevorzugt, hat damit grosse Nachteile. Im Weiteren sind keine Realtime Kurse in der Online-Plattform ersichtlich. Auch das Löschen von Aufträgen gestaltet sich an gewissen ausländischen Börsen als schwierig. Anderseits können fast alle ETFs gehandelt werden, unabhängig der schweizerischen Zulassung.

Die Schweizer lassen sich von ihren Banken abzocken

Dass es auch günstiger geht, zeigt uns das Ausland. Schon nur in Deutschland sind die Courtagen (Kommissionen) erheblich tiefer, siehe Broker-Test. Mehrere hundert Franken Courtagen für den Kauf von Aktien im Wert von CHF 50‘000.– muss als Abzocke wahrgenommen werden. Natürlich können vermögende Kunden der Grossbanken bessere Konditionen aushandeln. Aber nicht jeder Privatanleger ist auch ein Millionär, daher sollten sich die meisten Privatanleger von diesen teuren Grossbanken verabschieden.

In den USA beträgt die Transaktionskosten nur ein Bruchteil, was von den Schweizer Banken verlangt wird, auch die Migros Bank kann nicht mithalten, siehe Online Broker Review. Warum wir auch im Online-Trading eine Hochpreisinsel sind, ist mir unverständlich. Die Schweizer Bürger lassen sich von ihren Versicherungen, Mobilfunk-Anbieter, Banken usw. ausnehmen. Es macht wenig Sinn einer Aktion eines Kaufhauses nach zurennen und gleichzeitig zig hundert von CHF jährlich für andere Budgetposten aus dem Fenster zu werfen, nur weil wir zu träge sind, den Vertragspartner zu wechseln.

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 Geschrieben von um 14:21