Feb 222012
 

Auch im 2011 gab es einige erstaunliche Geschehnisse an den Finanzmärkten. Dazu gehörte unter anderem der EUR-CHF Mindestkurs wie auch der immense Renditenanstieg der zehnjährigen italienischen Staatsanleihen. Was mich aber am meisten erstaunte, sind die europäischen Betteltouren für den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) in den Schwellenländern. Die westliche Spielart des Kapitalismus hat wirklich ein grosses Problem, wenn Europa oder Nordamerika, die beiden wohlhabendsten Regionen dieser Welt, bei den Schwellenländer um finanzielle Hilfe anklopfen müssen.

Rendite einiger Anlageklassen im 2011

Im 2011 werden wahrscheinlich nur die wenigsten Anleger mit ihren Wertpapieren eine positive Rendite erzielt haben. Wer hingegen Gold in seinem Depot hielt, durfte sich erneut an einer fast zweistelligen Rendite erfreuen.

Devisenkurse

Seit dem 6.09.2011 toleriert die Nationalbank keinen EUR-CHF-Kurs unter dem Mindestkurs von 1.20:


Quelle: SF1 Tagesschau vom 6.09.2011 – Mindestkurs zu Euro gesetzt

Japan ist und bleibt ein Phänomen, trotz dem Tōhoku-Erdbeben und der Nuklearkatastrophe von Fukushima im März 2011 legte die japanische Währung gegenüber den anderen wichtigen Währungen zu:

Währungspaar Wechselkurs 31.12.2011 Kursänderung im 2011
EUR/CHF 1.2174 -2.39%
USD/CHF 0.9392 0.79%
JPY/CHF 1.2216 6.07%

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 Geschrieben von um 10:20
Feb 162011
 

Sollten wir uns auf die folgende Aussage noch verlassen?


Quelle: SF1 vom 22.12.2010 – Thomas Jordan: “Wir haben eine Verschärfung der Geldpolitik erfahren”
Thomas Jordan, Vizepräsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank (SNB) glaubt an den Willen und Fähigkeit der Notenbanken eine Deflation oder Inflation vermeiden zu können. Sie müssten nur zum richtigen Zeitpunkt die Liquidität aus dem System nehmen.

Zentralbank agieren kaum unabhängig der Staatsgewalt

Notenbanken haben mit ihre Bilanzen mit vielen Risiken ausgeweitet. Trotz hoher Buchverluste schüttet die SNB für das 2010 die vorgesehnen CHF 2.5 Milliarden an Bund und Kantone aus.
Kann man noch mit einer unabhängigen Geldpolitik der Zentralbank rechnen?


Quelle: Wegelin und Co – Teil aus Anlagekommentar Nr. 274 vom 24.1.2011

Ich habe grosse Zweifel, dass sich die Notenbanken dem politischen Druck ihrer Staatsmacht entziehen können. Wahrscheinlich werden die Notenbanken entgegen ihrer Aussagen eine Inflation von über 2% zu lassen und dabei die Leitzinse tief halten. Dadurch werden die Sparenden einmal mehr durch ihren Staat enteignet. Die Schweiz wird dabei keine Insel der Glückseligkeit sein, orientiert sich die SNB doch stark an der Europäische Zentralbank (EZB) und Federal Reserve (Fed).
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 Geschrieben von um 20:21
Nov 222010
 

Privatinvestor ein beliebtes Opfer der Finanzindustrie

Privatinvestoren haben im Allgemeinen weniger gute Informationen und weniger Fachkenntnis als professionellen Mitspieler wie institutionelle Investoren, Hedgefonds usw.. Es kommt nicht von ungefähr, das neutrale Berater, dem Privatinvestoren ein ausgewogenes Portfolio zusammenstellen und die Anzahl der Transaktionen möglichst niedrig halten. Ein Kaufen und Halten mit einer regelmässigen Neujustierung der Asset-Klassen ist für diese Anlegergruppe wahrscheinlich noch immer die erfolgreichste Strategie. Unglücklicherweise versuchen noch immer viele Privatanleger die Gewinneraktien zu identifizieren und verkaufen vermeintliche Verlierer. Diese kontraproduktive Aktivität mag die Finanzindustrie und gewisse professionelle Gegenparteien erfreuen, führt aber letztendlich zu einer tiefen risikogewichteten Rendite (Sharpe-Ratio).

Sell-Side Analysten

Die so genannten Sell-Side-Analysten werden oftmals aus den Umsätzen des Wertpapiergeschäftes einer Bank bezahlt. Normalerweise reagieren Kleinanleger auf die einfachen Empfehlungen wie Kaufen, Halten und Verkaufen, während die institutionellen Anleger mit aufwändigen Berichten versorgt werden. Gemäss der Studie “DO SECURITY ANALYSTS SPEAK IN TWO TONGUES?” von Ulrike Malmendier und Devin Shanthikunar richten die professionellen Anleger ihre Aufmerksamkeit mehr auf die Gewinnprognosen. Des Weiteren zeigt die Studie auch, dass die professionellen Investoren mit weniger übertriebenen Aussagen für das jeweilige analysierte Unternehmen versorgt werden als der Kleinanleger.

Langeweile an den Märkten drückt die Gewinne der Finanzindustrie

Schon am Letzten des vorherigen Monates habe ich mich über einen Analysten der Finanzwirtschaft negativ geäussert. Scheinbar haben diese Sell-Side Analysten von ihren Arbeitgebern den Auftrag erhalten, uns Kleinanleger zu mehr Aktivität zu motivieren. Verzeichnen doch viele Banken tiefere Gewinne aus dem Kommissionsgeschäft im Wertpapierhandel. Beispielsweise sank die Zahl der Transaktionen pro Kunde und pro Jahr bei der Swissquote auf rund 10. Dies ist der tiefste Stand seit 2003. Der Swissquote-Chef Marc Bürki begründete dies mit der “Langweile an den Märkten”. Da erstaunt es nicht, dass viele Analysten steigende Aktienkurse prognostizieren.

Einige Aussagen von Analysten bzw. Ökonomen

Im Folgenden werde ich drei Ausschnitte von Interviews kommentieren. Nur Herrn Ladner vom Cash, würde ich niedrige Motive eines Sell-Side Analysten unterstellen. Den beiden anderen Herren sollten tunlichst gewisse Aussagen in ihren längeren Interviews meiden.
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 Geschrieben von um 00:21
Okt 162010
 

Der Wertpapierhandel wurde in den letzten Jahren mit technologischen Innovationen beschleunigt, eine Ausprägung sind die Hochgeschwindigkeitshändler. Ein Flash Crash der Art vom 6.05.2010 wurde erst durch dieses Robottrading möglich. Ein anderes Thema in diesem Beitrag ist Moral Hazard in den Finanzmärkten, davon profitieren besonders die grossen und vernetzten Banken wie auch teilweise der Privatanleger. Hingegen werden wir von den Banken durch Informationsasymmetrie benachteiligt, darüber werde ich im dritten Teil berichten.

Befremdliches und fragwürdiges beim Wertpapierhandel

Der populäre Ausdruck “Wissen ist Macht” bzw. in den Finanzmärkten “Wissen ist Geld” hat eine hohe Bedeutung in den Finanzmärkten. Durch die Weitergabe oder Zurückhaltung von Informationen durch die Finanzdienstleister wurden die Privatanleger schon immer zum falschen Aktivismus manipuliert. Dank dem Internet kann sich ein Privatanleger heute umfassender und schneller über das Geschehen an der Wirtschaftsfront und den Finanzmärkten informieren. Damit den Finanzinstituten ihr Wettbewerbsvorteil erhalten bleibt, wurde der Wertschriftenhandel in den letzten Jahren mit intransparenten Handelsplattformen und dem Hochfrequenzhandel angereichert.

Dark Pools

Mit der Liberalisierung der Finanzmärkte in den USA und Europa entstanden viele neue Börsenhandelsplätze. Diese rein elektronischen Handelsplattformen wie Chi-X, Bats und Turquoise usw., konkurrenzieren die traditionellen Börsen. Zusätzlich gibt es noch die so genannten Dark Pools, dort bleiben Käufer und Verkäufer anonym und vor dem Abschluss der Transaktion gibt es auch keine Angaben über ihre Kauf- und Verkaufsordergrössen.

Was sind Dark Pools?


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 Geschrieben von um 23:50
Jan 122010
 

Die Aktienindizes haben im 2009 erheblich zugelegt, wobei bisher wahrscheinlich nur wenige Indizes die Verluste von 2008 wegmachen konnte, wie beispielsweise der Ibovespa (Brasilien).

Index Punktestand 31.12.2009 Punktestand 31.12.2008 2009 Performance 2009 Jahrestief Performance seit 2009 Jahrestief
S&P 500 1115.1 903.25 23.45% 666.79 67.23%
Dow Jones 10428.05 8776.39 18.82% 6470.11 61.17%
NASDAQ 2269.15 1577.03 43.89% 1265.62 79.29%
DJStoxx 600 253.16 196.9 28.57% 157.97 60.26%
DAX 5997.43 4810.2 24.68% 3588.89 67.11%
SMI 6545.91 5534.53 18.27% 4234.96 54.57%
SPI 5626.4 4567.57 23.18% 3569.83 57.61%

Ein vorsichtiger Anleger der anfangs 2009 ein Portfolio mit 30% Aktien hielt, konnte ohne eine Transaktion mehr als 6% einfahren. Der passive Anleger mit dem typischen Aktien/Anleihen Portfolio konnte im 2009 nur gewinnen!

Aktienexperten und ihre Prognosen

Ich habe in der folgenden Tabelle die Prognosen der Punktestände für den SMI zusammengetragen.

 

Prognose Punktestand SMI für Ende 2009

Finanzinstitut 23.12.2008 15.03.2009 1.07.2009 27.09.2009
Clariden Leu 6500 4750-4950 5600-5800
Julius Bär 6300 5500 5600 6200
Pictet & Cie 5500 5500 5400 (+/- 10%)
Vontobel Research 6700   5500-6000 6350
ZKB 5700 5700
SMI real 5400 4727 5473 6237

Während am 23.12.2008 die Prognosen für den SMI mit der Ausnahme von Picet & Cie gut waren. Wurden die Prognosen von den Aktienexperten im März 2009 sehr stark nach unten revidiert, dabei wird ersichtlich, dass der Punktestand des Prognosedatums die Voraussage erheblich beeinflusst.

Einer Clariden Leu würde ich mein Geldvermögen nie zur Verwaltung anvertrauen, es ist tragisch wie sie ihre Prognosen im März nach unten korrigiert haben. Einige Finanzinstitute mochten im September schon gar keine Prognose mehr abgeben – eine späte Einsicht.

Es ist einmal mehr der Beweis, dass es mit den Prognosen nicht funktioniert, diese so genannten Aktienexperten sind nichts anderes als Scharlatane. Leider sind sie unbelehrbar und geben auch für das Jahr 2010 ihre Prognosen ab, siehe “Prognosen der Börsenprofis und meine für 2010“. Andererseits verlangen die Anleger, Medien usw. nach solchen Prognosen. Der Anleger sucht in diesen Mutmassungen nach Bestätigung seiner eigenen Prognosen. Die Aktienexperten könnten also sagen: “Der Anleger will mit Prognosen belogen werden und wir liefern sie, was soll daran falsch sein?”.

Es ist schon erstaunlich, mit welcher Arroganz die Finanzinstitute am Markt ihre unseriösen Prognosen verbreiten, in der Hoffnung, dass ihre Fehlprognosen schnell wieder vergessen gehen. Die Finanzmarktaufsicht müsste diese Institute zwingen ihre Prognosen und deren historischen Abweichungen in ihren Internetportalen zu veröffentliche, damit würde wahrscheinlich das Übel der mehrmonatigen Aktienindizes Prognosen sehr schnell aussterben.
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 Geschrieben von um 19:57